Karriereweg und Portrait - Daniel Freerichs

PersonenbildDaniel Freerichs arbeitet nach seinem Studium am KIT als Doktorand bei einem großen Luft- und Raumfahrtunternehmen. Dort forscht er daran, Silizium-Solarzellen widerstandsfähiger gegen die energiereiche Strahlung im Weltraum zu machen: Weil die Zellen im Orbit langsam degradieren, müssen Solargeneratoren heute überdimensioniert ausgelegt werden, was die Kosten treibt. Sein Berufsalltag umfasst Literaturrecherche, das Design und die Durchführung von Experimenten und Messungen, den Aufbau von Kollaborationen sowie Meetings mit dem Team und seinem Professor. An seiner Arbeit gefällt ihm am besten "die Freiheit zu forschen, was ich will, und die Menschen in meinem Team und unter den Kollaborationspartnern." Aus dem Studium helfen ihm dabei vor allem die Vorlesungen zur Festkörper- und Halbleiterphysik. Daneben hebt er hervor, wie wichtig "wissenschaftliches Schreiben, Dateninterpretation, insbesondere auch was einem das Experiment nicht sagen kann, auch wenn man das gerne hätte, Laborpraktika, Programmierfähigkeiten sowie Resilienz und Durchhaltevermögen" sind.

In welcher Branche arbeiten Sie zurzeit, bzw. wie sieht Ihr Berufsalltag aus?

Ich arbeite als Doktorand im Weltraumbereich bei einem großen Luft- und Raumfahrtunternehmen. In meiner Arbeit geht es darum, Silizium-Solarzellen resistenter gegen hochenergetische Strahlung im Weltraum zu machen. Die Zellen degradieren im Orbit langsam, weil Elektronen und Protonen mit Energien von einigen hundert keV bis dutzenden MeV Atome im Si-Gitter herausschlagen und bleibende Schäden verursachen. Die Paneele müssen aber so groß ausgelegt sein, dass sie am Ende ihrer Lebensdauer noch die notwendige Leistung bringen. Deshalb müssen Solargeneratoren im Weltraum überdimensioniert sein, was Kosten treibt. Dabei geht es mir vor allem um die Passivierung von Defekten in den Zellen mittels Wasserstoff durch gezieltes Design der Zellen. Mein Alltag besteht aus Literaturrecherche, Design, Vorbereitung und Durchführung von Experimenten und Messungen, Aufbauen von Kollaborationen, Meetings mit meinem Team und dem Professor.

Welche wissenschaftlichen Qualifikationen und Soft Skills aus dem Studium helfen Ihnen bei Ihrer aktuellen Tätigkeit?

Zum einen haben natürlich die für meine Arbeit relevanten Vorlesungen geholfen. Allen voran Festkörperphysik insgesamt und Halbleiterphysik im Speziellen. Was Softskills angeht, würde ich wissenschaftliches Schreiben, Dateninterpretation, insbesondere auch was einem das Experiment nicht sagen kann, auch wenn man das gerne hätte, Laborpraktika, Programmierfähigkeiten sowie Resilienz und Durchhaltevermögen hervorheben.

In welche Richtung haben Sie sich im Master spezialisiert, z.B. was war das grobe Thema Ihrer Masterarbeit?

Ich habe mich in Richtung experimenteller Festkörperphysik spezialisiert. Im Master habe ich viel zu Quantencomputern, Supraleitung, elektronischen und magnetischen Eigenschaften von Festkörpern und Röntgenphysik gehört. Meine Masterarbeit war am Campus Nord und ging um Röntgenspektroskopie an einem Halbleitermaterial, was für Dünnschichtsolarzellen (CIGS) eingesetzt wird und den Aufbau eines Inverse Photoemission Spectroscopy (IPES) Experiments.

Was gefällt Ihnen an Ihrer aktuellen Tätigkeit am besten?

Die Freiheit zu forschen, was ich will und die Menschen in meinem Team und unter den Kollaborationspartnern.

Was waren die Herausforderungen nach dem Masterabschluss?

Bei der Bewerbung auf Stipendien und Promotionsprogramme war die Masterurkunde notwendig, was bedeutet, dass ich erst nach dem Abschluss anfangen konnte mich zu bewerben. Auch wenn der Bewerbungsprozess dann ganz gut gelaufen ist, hat es sich danach noch eine Weile verzögert. Ich würde anderen empfehlen, wenn sie nach dem Master eine HiWi Stelle nehmen, diese erst aufzugeben, wenn der Arbeitsbeginn schwarz auf weiß feststeht und nicht allein auf das vertrauen, was einem die Leute versprochen haben. Und kalkuliert lange Bearbeitungszeiten ein. Ich habe mich im Januar auf meine Stelle beworben und konnte erst im November anfangen.

Wie haben Sie Ihre aktuelle Stelle gefunden?

Bei einem online Jobsuche-Portal.

Was war ein persönliches Highlight während des Studiums am KIT?

Das Highlight war eine dienstliche USA Reise an die Advanced Light Source in San Francisco und der Besuch des Yosemite National Parks. Aber wirklich auf das Studium bezogen: Ich finde, wir haben eine herausragende Physikerkultur, Hilfsbereitschaft und Zugehörigkeitsgefühl in unserer Fakultät.

Welche Ratschläge würden Sie aus heutiger Sicht Studienanfänger/innen mitgeben?

Sucht euch eine Lerngruppe, geht in Vorlesungen und schiebt, wenn es irgendwie geht, keine Klausuren.