Karriereweg und Protrait - Dr. Nils Braun

PersonenbildDr. Nils Braun arbeitet nach seiner Promotion am KIT als Softwareentwickler im Bereich der künstlichen Intelligenz. Sein Berufsalltag besteht heute zu einem großen Teil aus der Entwicklung von Software, dem Austausch mit den Nutzer/innen, sowie der Planung von Weiterentwicklungen, hauptsächlich im Team mit internationalen Kolleg/innen "und ist damit gar nicht so anders als während der Promotion". An seiner Arbeit gefällt ihm am besten die Freiheit, vieles selbst entscheiden zu können, wenn es um Ausrichtung, Themenwahl oder Planung geht, sowie die Einblicke in viele spannende Projekte und die Zusammenarbeit mit talentierten Menschen. Vieles zu Softwareentwicklung und Machine Learning hat er dabei bereits während Studium und Promotion in der experimentellen Teilchenphysik gelernt. Da er auch heute noch oft mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammenarbeitet, hilft es ihm sehr, ihre Sprache zu sprechen. Vor allem aber sind es die Soft Skills, die er fast täglich anwendet: "die Fähigkeit, mich schnell in neue Themen einarbeiten zu können, und Probleme mit kreativen Lösungsansätzen im Team anzugehen."

In welcher Branche arbeiten Sie zurzeit, bzw. wie sieht Ihr Berufsalltag aus?

Ich bin Softwareentwickler für Machine Learning Tooling. Mein Berufsalltag besteht dementsprechend zu einem großen Teil aus der Entwicklung von Software, dem Austausch mit den Nutzer*innen sowie der Planung von Weiterentwicklungen. Das geschieht hauptsächlich im Team mit internationalen Kolleg*innen und ist damit gar nicht so anders als während der Promotion!

Welche wissenschaftlichen Qualifikationen und Soft Skills aus Studium und Promotion helfen Ihnen bei Ihrer aktuellen Tätigkeit?

Vieles zum Thema Softwareentwicklung und Machine Learning habe ich bereits während des Studiums oder der Promotion gelernt. Ich arbeite auch heute noch mit Wissenschaftler*innen zusammen, und es hilft sehr, ihre „Sprache” zu sprechen und ihre Arbeitsweise zu verstehen. Vor allem aber sind es Soft Skills, die ich fast täglich anwenden kann: die Fähigkeit, mich schnell in neue Themen einarbeiten zu können, und Probleme mit kreativen Lösungsansätzen im Team anzugehen. Vielleicht etwas unerwartet: Auch die Tatsache, dass moderne Forschung in der Physik fast ausschließlich auf Englisch stattfindet und man dadurch gezwungen wird, viel Englisch zu sprechen und zu schreiben, hilft mir in meinem Beruf.

Was waren Ihre Beweggründe, sich für eine Promotion zu entscheiden und im welchem Gebiet haben Sie promoviert?

Ich habe im Bereich der experimentellen Teilchenphysik promoviert. Meine Arbeit behandelte die Entwicklung von Algorithmen und Software zur Rekonstruktion geladener Teilchen im Belle II-Detektor, der sich in Japan befindet. Der Hauptgrund für mich, mit der Promotion anzufangen, war an allererster Stelle die Freude an der Masterarbeit die in derselben Arbeitsgruppe entstanden ist und die unglaublich gute Zusammenarbeit mit meinen damaligen Kolleg*innen. Für mich ist vor allem dieser Spaß besonders wichtig, um die eigene Kreativität zu erhalten und auch schwierigere Phasen, in denen es nicht so gut läuft, durchzustehen.

Was gefällt Ihnen an Ihrer aktuellen Tätigkeit am besten?

Ich habe das Glück, vieles selbst entscheiden zu können, wenn es um die Ausrichtung meiner Arbeit, die Themenwahl oder die Planung geht. Diese Freiheit habe ich schon in meiner Promotion sehr genossen. Dazu kommt, dass meine Rolle mir erlaubt, Einblicke in viele spannende Projekte innerhalb der Firma zu bekommen und mit vielen talentierten Menschen zusammenarbeiten zu können.

Was waren Herausforderungen nach dem Abschluss/nach der Promotion?

Ein Physikstudium ist, anders als viele spezialisierte Studiengänge, nicht auf ein bestimmtes Berufsfeld ausgerichtet. Man ist also nicht darauf beschränkt, genau das zu tun, womit man sich während des Studiums befasst hat. Das ist einerseits eine große Stärke, bedeutet aber andererseits auch, dass man am Anfang nicht unbedingt weiß, wo man überhaupt suchen soll. Sich schon während des Studiums/der Promotion Berufe anzuschauen oder ein Praktikum zu machen, hat mir da sehr geholfen.

Wie haben Sie Ihre aktuelle Stelle gefunden?

Ich habe mich auf meine Stelle beworben, nachdem mein jetziger Chef auf meine Arbeit als Open-Source-Entwickler aufmerksam geworden war. Das ist für mich eine sehr wichtige Erfahrung, die ich angehenden Softwareentwickler*innen sehr ans Herz legen möchte: Die Arbeit als Open-Source-Entwickler/in ist nicht nur spannend, sondern man knüpft dabei auch wertvolle Kontakte. Überhaupt ist Networking deutlich wichtiger, als ich es damals während des Studiums gedacht hätte.

Was war ein persönliches Highlight während Ihrer Zeit am KIT?

Ich hatte eine sehr schöne Zeit am KIT mit vielen Highlights! Was mir aber vor allem in Erinnerung geblieben ist, sind die vielen schönen Momente mit meinen Kolleg/innen und Studienfreund/innen: ob beim gemeinsamen Kaffee am AKK oder bei einer Blackboard-Session, bei der wir gemeinsam ein schwieriges Problem aus der Promotion gelöst haben.

Welche Ratschläge würden Sie aus heutiger Sicht Studienanfängern mitgeben?

Physik ist ein tolles Fach. Es gibt einem das Handwerkszeug, um schwierige Probleme strukturiert und kreativ anzugehen. Mein Rat wäre, offen zu bleiben für Themen und Anwendungsgebiete außerhalb der Physik, denn genau diese Offenheit eröffnet später viele Türen. Und unterschätzt das Networking nicht: Kontakte, die man während des Studiums oder der Promotion knüpft, können den weiteren Berufsweg entscheidend beeinflussen.